Geschichte

Die Pfister Geschichte

Pfister heute

Die Möbel Pfister AG ist die grösste Tochtergesellschaft der Pfister Arco Holding AG, die führende Schweizer Einrichtungsgruppe im Möbelfachhandel in der Schweiz. Mit rund 1200 Mitarbeitenden und rund 200 Lernenden ist Pfister die grösste Ausbildnerin im Einrichtungsmarkt und feiert 2017 ihren 135. Geburtstag.

Album

2017

Pfister heute
Die Möbel Pfister AG ist die grösste Tochtergesellschaft der Pfister Arco Holding AG, die führende Schweizer Einrichtungsgruppe im Möbelfachhandel in der Schweiz. Mit rund 1200 Mitarbeitenden und rund 200 Lernenden ist Pfister die grösste Ausbildnerin im Einrichtungsmarkt und feiert 2017 ihren 135. Geburtstag. 
Pfister verfolgt eine Cross-Channel-Strategie und ist mit der Online-Plattform pfister.ch und den 20 Filialen in allen Landesteilen der Schweiz präsent und unbestrittene Serviceleaderin. Heute sind über 20‘000 Produkte online direkt auf pfister.ch kaufbar und unzählige Produkte individuell konfigurierbar und täglich kommen mehr Produkte dazu. Damit ist die Möbel Pfister AG zum grössten Online-Anbieter im Einrichtungsmarkt avanciert. Pfister nutzt die Möglichkeit der Digitalisierung das Einkaufserlebnis für die Kundinnen und Kunden immer weiter zu vereinfachen. 

2016

Zuhause ist
Wir bei Pfister sind überzeugt, dass man nur dann wirklich glücklich ist, wenn man sich zuhause wohlfühlt, somit geben wir mit unserer Leidenschaft fürs Einrichten alles, damit alle ihren eigenen, persönlichen Wohntraum leben können. 
Mit kreativen Inspirationsideen und cleveren Einrichtungslösungen wollen wir unsere Kundinnen und Kunden auf allen Kanälen überraschen. 

Wiedereröffnung Contone
Die Filiale «Mobili Pfister» in Contone, die 2017 ihr 50-jähriges Bestehen feiert, wird nach einer intensiven Umbauzeit von knapp eineinhalb Jahren am 29. September 2016 feierlich wiedereröffnet. Die renovierte Filiale stärkt den Standort Tessin und gleichzeitig Pfister als führenden Möbelfachhändler der Schweiz.

Automatisches Kleinteilelager
Die Inbetriebnahme des automatischen Kleinteilelagers ist eine weitere Etappe bei der Umsetzung der Cross Channel-Strategie der Möbel Pfister AG und ein wichtiger Schritt, um dem starken Online-Wachstum gerecht zu werden. Der Neubau ermöglicht zudem die filialgerechte Kommissionierung und damit verbunden eine optimierte Auslieferung des Boutiquesortimentes in die einzelnen Filialen. 

2015

Die Pfister Gruppe übernimmt Möbel Hubacher
Die starke regionale Verankerung und die ausgezeichnete Lage waren ausschlaggebend für die Übernahme von Möbel Hubacher durch die Pfister Gruppe. Ausserdem wurde mit der Pfister Gruppe der ideale Partner für eine externe Schweizer Nachfolgeregelung gefunden. Möbel Hubacher passt zur langfristigen Strategie, über attraktive Standorte die führende Marktposition der Pfister Gruppe sowohl stationär als auch online auszubauen und den Marktanteil zu erhöhen. 

Happy Birthday Atelier Pfister
Rund achtzig Meisterstücke wurden von zwanzig Schweizer Designern und Künstlern seit 2010 für Atelier Pfister kreiert. Einige Objekte fanden Eingang in Designsammlungen und ein paar Möbel haben sogar das Potential zum Klassiker. Das erfüllt uns mit Freude und Stolz. Noch mehr freuen wir uns über die grosse Präsenz von Atelier Pfister Möbeln und Accessoires in den Schweizer Wohnungen bei unseren Kundinnen und Kunden.

2013

Erster Jan Kath Shop im Herzen von Zürich
Im Herzen von Zürich am Walcheplatz, in der ältesten und frisch umgebauten Filiale, eröffnet Pfister Mitte August 2013 den ersten Jan Kath Shop der Schweiz. Im exklusiven Shop erwartet die Kunden ein beeindruckendes Angebot von erstklassigen Designerteppichen. 

Damit knüpft Pfister an die langjährige Teppichkompetenz. Seit den 1960er Jahren wurden direkte Beziehungen zu Teppichhändlern in den wichtigsten Provenienzen aufgebaut. Heute verfügt Pfister nicht nur über ein exzellentes Beziehungsnetz, sondern auch über ein einzigartiges Know-how, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. 

2010

Lancierung Atelier Pfister
Die neue Produkt-Marke Atelier Pfister wird lanciert. Eine Marke, welche junge Schweizer Designerinnen und Designer unterstützt und Kunst sowohl einzigartig wie auch alltagstauglich zeigt.
Aus der ursprünglichen Idee, einen Förderwettbewerb für junge Schweizer Designer zu organisieren, entwickelte sich zwischen Januar 2009 und Juni 2010 eine komplett neue Einrichtungskollektion. Ihr Name ist Programm: Atelier Pfister. Atelier, weil von Anfang an klar war, dass hier junge Kreative eine konkrete Realisierungschance erhalten sollten.

2006

Neues Logo
Firmenlogos werden nach einer gewissen Zeit hinsichtlich Gestaltung und Botschaft hinterfragt. Um mit dem aktuellen Zeitgeist Schritt zu halten, müssen sie von Zeit zu Zeit angepasst werden. Der letzte grosse Wechsel fand am 1. Februar 2006 statt: Nach über 120 Jahren erfolgt der radikalste Logo-Wechsel: Aus Möbel Pfister wird Pfister! 

1995

Nachhaltigkeit
Pfister setzt konsequent auf Nachhaltigkeit. Bereits 1995 ist sie Gründungsmitglied der Teppich Fair Trade Organisation STEP, die zur Max-Havelaar-Stiftung gehört. Und seit 1999 bietet sie als aktives Mitglied der WWF Global Forest & Trade Network Switzerland Holzprodukte mit dem Label FSC® an. 

1984

Strategie der „Mehrschichtigkeit“
Als Branchenleader definiert Möbel Pfister die neue Strategie der «gezielten Mehrschichtigkeit» mit den selbständigen Angebotslinien Möbel Pfister, Mobitare und Toptip sowie den Dienstleistungsunternehmen Vorhang-Atelier und dem internationalen Textilverlag Mira-X. Mit der Eröffnung des Wohnlandes in Dübendorf erhält die Region Zürich 1988 die erste Grossfiliale. 

1974

Der Bahntransport
Das neue Bahn-Container-System wird eingeführt. 2011 wird über die Bahn ein Äquivalent von 1644 Lastwagenfahrten abgewickelt, CO2-Emissionen von 265 Tonnen können vermieden werden. 

1971

Der Pfistergeist
Fritz Gottlieb Pfister tritt auf eigenen Wunsch aus dem Verwaltungsrat aus. Der «Pfistergeist» lebt weiter! Er wird von Generation zu Generation weitergegeben. 

1966

Die F.G. Pfister Stiftung
Fritz Gottlieb Pfister bringt die Familienaktien in die Fürsorgestiftung der Möbel Pfister AG ein. Seit 1991 wacht die F.G. Pfister Stiftung als oberstes Gremium darüber, dass der Stiftungszweck langfristig gewährleistet ist: Die Firma soll selbständig bleiben, die Vorsorge und Wohlfahrt der Mitarbeitenden sollen gesichert sein.

1960er Jahre

Vom Möbel- zum Einrichtungshaus
Das Möbelhaus wandelt sich in ein Einrichtungshaus. Auch Leuchten, Heimtextilien, Vorhänge und Teppiche werden als ebenbürtige Abteilungen mit grosser Auswahl und Service geführt. Ebenso erfolgt der «Schritt ins Morgenland» und der Aufbau des Direkteinkaufs von Orientteppichen. Schon bald avanciert Möbel Pfister zum führenden Orientfachhaus der Schweiz. 

1957

Pfister in der ganzen Schweiz 
500 Mitarbeitende, Ausstellungen in Basel, Zürich, Bern, Suhr, Bellinzona, Lausanne, Genf und St. Gallen erfüllen die Wohnträume der Schweizer Bevölkerung. 

1942

„Gueti Schwyzer Möbel“
Zum 60-jährigen Bestehen erscheint der grosse Möbelkatalog «Gueti Schwyzer Möbel». Den zeitlichen Wirren angepasst lautet das Motto «Wohne sparsam – aber schön». 

1939

Expansion und Reorganisation
Drei florierende Filialen rufen nach Expansion und Reorganisation. Der Visionär Fritz Gottlieb Pfister fasst den kühnen Plan, mitten in der Schweiz, da wo sich die grossen Verkehrsachsen schneiden, ein neues Fabrik- und Verwaltungsgebäude zu bauen. Vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wird das für damalige Verhältnisse sehr grosse Gebäude in Suhr eröffnet, das in der Folge zur Fabrikausstellung ausgebaut wird. Aufgrund des Filialeröffnungsverbotes darf die grosse Wohnausstellung jedoch nicht betrieben werden. Not macht erfinderisch: Die Schaufenster werden mit weisser Farbe abgedeckt. 

1934

„Sociale Versicherungskasse
Als Vorläuferin der heutigen Sozialleistungen führt Pfister die «Sociale Versicherungskasse » für seine Mitarbeitenden ein. Ein Privileg, wenn man bedenkt, dass die AHV erst 1948 eingeführt wurde. 

1922

Die Gründung der Aktiengesellschaft
Aus der Einzelfirma wird die Möbel Pfister Aktiengesellschaft. In Zürich wird die Zweigniederlassung am Walcheplatz eröffnet und 1924 geht in Bern die weiträumige und für diese Zeit beispielhafte «Wohnkunst-Ausstellung» an der Schanzenstrasse auf. 

1918

Der erste Pfister Camion
Der erste Pfister-Camion wird angeschafft. Der Aktionsradius der Lieferungen weitet sich über das Stadtgebiet aus. 

1916

Fritz Gottlieb Pfister
Fritz Gottlieb Pfister übernimmt im Alter von 25 Jahren die Firmengeschicke. Gegen Kriegsende startet das Unternehmen richtig durch: An der Güterstrasse in Basel wird ein zweites Geschäft mit Lager eröffnet, das Angebot wird in über hundert Musterzimmern präsentiert. 

1912

Margaretha Pfister-Christen
Margaretha Pfister-Christen erzieht nicht nur die vier Kinder, sondern übernimmt nach dem frühen Tod ihres Mannes auch die Geschäftsleitung. 

1882

Johann Jakob Pfister
Johann Jakob Pfister eröffnet in Kleinbasel einen Möbel- und Bettwarenladen mit Werkstatt. Seine Leidenschaft für alte und schöne Sachen, gepaart mit seinen Handwerkskünsten und einem ausgeprägten Kundenfokus, sprechen sich schnell herum. «Wotsch epis Scheens und Rächts, denn gosch zem Pfischter», so die Mund-zu-Mund-Werbung in den Gründerjahren in Basel.

Die 20er Jahre

Die Zwanziger Jahre sind die Dekade der Moderne. Nach dem Ersten Weltkrieg ändert sich Vieles, und dies hat auch einen starken Einfluss auf das Alltagsleben. Luxusgüter wurden für eine breite Bevölkerungsschicht zugänglich, so ersetzen Kühlschränke und Staubsauger Haushaltangestellte.

Bei Pfister wird der erste Möbelkatalog gedruckt und macht Wohnen und Einrichten einfach und begehrenswert. Frauen beginnen sich erst ab den Zwanziger Jahren um die Einrichtung des Hauses zu kümmern. Bis dahin werden die Möbel oft gleich mit dem Haus bestellt, eingebaut oder geerbt. Das ändert sich nun mit dem neuen Konsumverhalten. Der schwere, dunkle Wohnstil der Vergangenheit verschwindet allmählich, die Farbe Weiss zieht ein und der Wohnstil wird weiblicher. Das Bauhaus wird gegründet und Industriedesign mit einem hohen gestalterischen Anspruch entsteht. Designer wie Eileen Grey oder Le Corbusier kreieren schlichte, funktionale Möbel, aber auch Wohnaccessoires und Alltagsgegenstände werden formal anspruchsvoller. An der grossen Pariser Ausstellung von 1925 entsteht Art Deco, die erste prägende, dekorative Stilrichtung, die sich von Möbeln über Architektur bis zu Autos und Konsumgütern aller Art durchzieht.
DAS JAZZ-ZEITALTER
Jazzmusik gibt den Rhythmus an und vermittelt die Stimmung der «Roaring Twenties». Zu Jazz wird Charleston getanzt, Cocktails getrunken und die Jugend gefeiert. Die Frauen tun dies rauchend, in kurzen, fransenbesetzten Flapperkleidchen, mit langen Perlenketten und kurzen Bubiköpfen. Das Kino verzaubert mit Stars wie Charlie Chaplin, Autos rasen durch die Strassen und die Kunst wird abstrakt.
Die grosse Party, die Schriftsteller wie F. Scott Fitzgerald oder Ernest Hemingway in ihren Büchern beschreiben, enden 1929 im Börsencrash.

Die 30er Jahre

Das neue Jahrzehnt beginnt mit einer grossen Weltwirtschaftskrise und endet im Zweiten Weltkrieg. Die Konsumgüterindustrie tut alles, um die Menschen zum Kaufen zu animieren und die Unterhaltungsbranche versucht, mit viel Glamour abzulenken.

So ist es denn eine Dekade mit einem luxuriösen, glamourösen Stil: Der Art Deco wird von Hollywood übernommen und verbreitet und zieht so auch in die Schweizer Stuben. «Streamline» heisst der Schwung, der nicht nur Autos, Flugzeuge und Architektur bis weit in die Fünfziger Jahre hinein prägt, sondern auch im Möbeldesign ersichtlich wird. Ein klassisches Beispiel ist der Polstersessel mit den geschwungenen Holzarmleisten, der zum Lieblingsmöbel vieler wird. Satin ist ein anderer Bestseller, Bettüberwürfe und Kissen müssen glänzen und bringen ein wenig Filmglamour nach Hause. Ansonsten ist, wie immer in Krisenzeiten, der Trend zur Klassik und Beständigkeit ablesbar. Das Küchenbuffet ist ein fester Bestandteil der Einrichtung, so auch solide Küchentische mit «Tabourettli», den platzsparenden, kleinen Holzhockern. Gegessen wird an Wochentagen nämlich in der Küche. Das Gleiche gilt auch beim Geschirr, viele Haushalte haben ein Alltags- und ein Sonntagsgeschirr, und im Wohnbereich wird die gute Stube oft nur am Sonntag oder für Besucher geöffnet.
DAS FILMZEITALTER
Das Kino zieht in den 30er Jahren allwöchentlich Millionen von Menschen an und lenkt ab vom wirtschaftlich harten Alltag. In der goldenen Zeit von Hollywood werden viele glamouröse Filme produziert, oft mit Sets im Art-Deco-Stil. Es ist die grosse Zeit der Stars, Marlene Dietrich, Fred Astaire, Greta Garbo oder Gary Grant sind nur einige von ihnen, deren Namen heute noch bekannt sind. Eleganz und Klassik geben den Ton an, die Rocksäume rutschen wieder runter und Alltagsdesign zeigt sich traditioneller.

Die 40er Jahre

Diese Zeitspanne ist geprägt durch den Krieg und dessen Nachwehen. Das Zuhause wird in dieser unsicheren Zeit besonders wichtig. Man verbringt viel Zeit daheim, die Familie sitzt am Tisch oder vor dem Radio zusammen, oft auch mit Nachbarn und Freunden.

Der Wohnstil ist eine Mischung von Eleganz und Behäbigkeit. Starke Farben, Konturen, dunkles Holz und geschwungene Formen herrschen vor. Man wünscht sich Gemütlichkeit und solides Mobiliar. Die Wohnungen werden mit Vorhängen, Tapeten und Teppichen versehen. Polstermöbel stehen in Gruppen zusammen und Schlafzimmer werden als ganze Programme gekauft. In der Nachkriegszeit entstehen viele Wohnblöcke und Einfamilienhäuser in einem einfachen, klaren und wohnlichen Architekturstil: Klötzchenparkett und Klinker werden als Bodenbelag eingesetzt, die Küchen sind klein, langgezogen und haben oft Durchreichen ins Esszimmer und die Badezimmer werden mit glänzenden Keramikkacheln ausstaffiert. Wohnen ist in dieser Zeit nicht sehr individuell, viele wohnen gleich, in ähnlichen Wohnungen mit der gleichen Art von Möbeln, alle korrekt und praktisch verteilt in die jeweiligen Räume.DAS KRIEGSZEITALTER
Die Mode ist praktisch, männlich und alltagstauglich. Frauen tragen Kostüme mit Schulterpolstern, flache, solide Schuhe, Kopftücher und immer öfters Hosen. In der Freizeit tanzt man zu Swing, den die Amerikaner nach Europa bringen, und im Kino schaut man sich Gangsterfilme an, die den Unterschied von Gut und Böse in Schwarzweiss-Optik zeigen. Doch am Ende des Jahrzehnts erwacht die Zukunft: Die Beat Generation probiert neue Lebensformen aus, Sartre und Camus verbreiten mit ihren Werken den Existenzialismus und Dior kreiert den New Look, der mit weiten Pettycoats modisch die Eleganz zurückbringt.

Die 50er Jahre

Nach dem Krieg wird, zumindest stilmässig, alles Schwere, Dunkle und Grobe ersetzt durch eine neue, moderne Leichtigkeit.

Viele der Möbelklassiker von Saarinen, Jacobsen, Eames oder Gio Ponti entstehen in dieser Zeitepoche, viele sogar bereits Ende der Vierziger Jahre. Man nennt dies Midcentury-Design und es trifft nicht nur den Zeitgeist von damals, sondern steht heute noch für modernes Wohndesign und beeinflusst zeitgenössisches Design. Auf den Bildern der Pfister Kataloge aus den Fifties sind sehr viele leichte, hochbeinige Möbel zu entdecken. Sessel, Sofas, Sideboards und Nierentischchen strecken konisch zugespitzte Beinchen schräg vor sich hin. Sie stehen auf geometrisch gemusterten Teppichen, in kleinen, farbigen Räumen. Alles wirkt cool und reduziert, vermittelt aber auch eine gemütlich propere Kleinbürgerlichkeit. Gummibäume wachsen an den Wänden entlang, Vasen stehen auf Spitzendeckchen und das Radio thront auf einem kleinen Rollmöbel. Man wohnt zunehmend auf engerem Raum, dafür früher in einer eigenen Wohnung. Damit alles auch schön reinpasst, sind viele Möbelstücke multifunktional. Der Zeitungsständer bietet auch Platz für Blumentöpfe, die Stehleuchte wächst aus einem Beistelltischchen heraus und das Sofa hat ein eingebautes Regal. Die Fünfziger Jahre zeigen zudem eine sehr eigene und starke Farbsprache: Rot, Senfgelb, Olivgrün und Petrolblau werden kombiniert mit Schwarz, Weiss, Grau und Pastelltönen.
DAS FAMILIENZEITALTER
Nach dem Krieg setzt man voll auf heile Welt und Familie. Die Frau wird zurück an den Herd geschickt, um den vom Krieg heimkehrenden Männern ihren Platz in der Arbeitswelt wieder zu geben. Das traditionelle Familienbild wird erneut Realität. Man zelebriert glückliche Kleinbürgerlichkeit, hört sich Schlager an, tanzt Rock n’Roll, weint in den Sissifilmen und träumt vom eigenen Häuschen mit Gärtchen und Wohlstand.

Die 60er Jahre

Wie cool und stylish wir in den Sixties wohnen, sahen wir kürzlich in der Fernsehserie Mad Men. In dieser Dekade findet eine Wandlung von biederer Bürgerlichkeit zu Unkonventionellem, Futuristischem und Poppigem statt.

Und in vielen Haushalten wird gar alles nett durcheinander gemischt! Die Wandlung der Werte verändert die eigenen vier Wände: Auf einmal ersetzen Liegebetten Sofas und man sitzt an runden weissen Tischen auf Stühlen, die UFO–Charakter haben. Aber es gibt auch Möbel mit warmen Farben und viel Holz, die Wohnlichkeit ins Haus bringen, ohne allzu gemütlich zu wirken. Wohnwände sind beleuchtet, Loungesessel sehen aus wie Kommandozentralen von Raumschiffen und die Hausbar wird ein fester Bestandteil eines Wohnzimmers. Gegensätzliches setzt sich durch. Da gibt es den skandinavischen Stil mit hellen Möbeln, viel Holz und grafischen Mustern, die coolen Jungegesellenbuden mit runden Betten und einer Portion James-Bond-Feeling oder die futuristischen Wohnlandschaften in grellen Farben à la Verner Panton. Man wohnt in grafisch strengen Häusern mit grossen Fenstern und offenen Räumen, in umgebauten Scheunen oder in praktischen Dreizimmerwohnungen und mischt zum ersten Mal Antiquitäten mit modernem Design.
DAS REVOLUTIONSZEITALTER
In den Sixties finden viele soziale Veränderungen statt. Die Jugend lehnt sich gegen die bürgerlichen Werte auf und versucht neue Lebensformen. Im Designbereich werden futuristische Visionen umgesetzt, Mary Quant erfindet den Minirock, in der Kunst dominiert die Popart mit Andy Warhol als Leitfigur. Die Beatles verändern die Musikwelt und die ersten Menschen landen auf dem Mond.

Die 70er Jahre

Die Siebziger Jahre sind eine relativ relaxte Zeit. Man liebt das Zuhause und richtet es ein in einer Mischung von Individualismus und Komfort.

Die Sonnenuntergangsfarben mit Orange an der Spitze geben den Ton an. Alles ist weich, warm und wohnlich. Weiss wird oft mit Beige ersetzt, Wohnungen und ganze Häuser bekommen samtige Spannteppiche, man liebt Holz, auch an den Wänden, und die Möbel nehmen vorwiegend runde Formen an. Bequeme, ausladende Wohnlandschaften ersetzen die Polstergruppe, das Bücherregal heisst nun Wohnwand und ist fester Bestandteil in den Schweizer Stuben. Oft hat sie eine eingebaute Hausbar, ist beleuchtet und bietet auch Ausstellungsplatz für Wohnaccessoires, Souvenirs und Ferienfotos. Neue Zimmer entstehen. Da ist der Partyraum im Keller oder der Hobbyraum in der Garage. Kinderzimmer bekommen Kajüttenbetten und alle Betten plüschige Überwürfe. Ein Liebling der 70er ist der Shaggyteppich, andere Favoriten sind verspielte Wohnaccessoires, die oft gar keinen Zweck haben, wie Lavalampe, Muschelplättchenvorhänge, Makramé und grelle, poppige Tapetenmuster.
DAS FREIZEIT-ZEITALTER
Die 70er Jahre waren eine Zeit, in der Erwachsene am Samstagabend nach Hause rennen, um sich die Muppetshow im Fernsehen anzuschauen. Man zelebriert die Freizeit, wer keinen Hobbyraum zuhause hat, geht ins Freizeitzentrum und bastelt dort. Das erste Videospiel kommt auf den Markt und auch in der kleinsten Wohnung und gar in Garagen werden Partys gefeiert. Die Frauen tragen buntgemusterte Maxikleider, die Männer weite Schlaghosen und aufgeknöpfte Hemden mit riesengrossen Kragen. Man geht in die Disco und schaut sich im Kino Filme wie Love Story oder Saturday Night Fever an. Am Ende der Dekade brachten dann Glamrock und Punk einen härteren Takt.

Die 80er Jahre

In dieser Dekade ist die Karriere wichtig. Man will vorwärtskommen, Geld verdienen und dieses auch zeigen. Stilmässig sucht man in der Vergangenheit nach Neuem und die Postmoderne entsteht.

In Italien gründet Ettore Sottas die Memphis-Gruppe, welche neuartiges Design kreiert und sich dafür an Art Deco und der Popkultur inspiriert. Die Räume werden wieder strenger eingerichtet mit viel Leder, Chrom, Glas und Symmetrie. Die Farbe Blau wird zur Lieblingsfarbe, nicht nur auf dem Laufsteg, sondern auch im Wohnbereich. Blaue Sofas und Sessel werden die Lieblingsstücke der 80er. Auch Türkis, eine sehr untypische Wohnfarbe, geistert durch die 80er Jahre. Die Spannteppiche verschwinden und machen glänzenden Böden Platz, die zur Bühne werden für Möbel, die was hermachen. Man dekoriert auch wirkungsvoll, stellt exotische Blüten oder Lilien in grosse Vasen, drapiert Vorhänge theatralisch, stellt Stühle mit hohen, schmalen Lehnen um lange Tische und sorgt mit Wandleuchten und Spots für dramatisches Licht. Aber auch Weiss und Pastelltöne werden wichtig. Sie vermitteln Luxus, ewiges Sommerfeeling und sorgen für Grösse. In New York, der Trendstadt der 80er, werden alte Industriegebäude in Galerien und Wohnungen umgebaut. Dieses neue Wohngefühl weckt allgemein den Wunsch nach offenen, grosszügen Räumen, so denkt man weniger in einzelnen Zimmern, sondern kreiert verschiedene Bereiche. 
DAS YUPPIE-ZEITALTER
Das grosse Spiel der 80er Jahre heisst Geldverdienen. Die Yuppies, Young Urban Professionals, lösen die Hippies ab. Sie tragen Anzüge, krempeln die Ärmel hoch und die Frauen zeigen sich mit den wohl grössten Schulterpolstern der Modegeschichte. Man schaut Dallas, Denver Clan und Miami Vice im Fernsehen, lässt sich von Popsongs von Madonna und Michael Jackson berieseln, und das am liebsten durch den Walkman, hält sich fit mit Jogging und Aerobics und verschlingt amerikanischen Fast Food in der Mittagspause.

Die 90er Jahre

Nach den stilistisch dramatischen Eighties wird es in den 90er Jahren eindeutig ruhiger. Die toupierten Haare der Frauen verschwinden und Locken werden glattgeföhnt.

So etwas Ähnliches findet auch im Wohnbereich statt. Anstelle der theatralischen Inszenierungen strebt man Coolness an, ersetzt grelles Blau, Rot oder Türkis mit viel Beige- und sanften Naturfarben. Minimalismus ist ein Trend, ganz nach dem Motto «Weniger ist mehr» zieht ein reduzierter, cooler, moderner Wohnstil ein. Geometrische und poppige Muster verschwinden und machen Ton-in-Ton-Designs Platz, auf denen Formen und Farben ineinanderfliessen. Auch stellt man nicht mehr grosse Einzelstücke in Szene, sondern versorgt Lieblingssachen in Vitrinen oder stellt wenige Wohnaccessoires in dezenten Gruppen auf Couchtische oder Sideboards. Die eckigen Formen weichen Rundungen, Stoff ersetzt Leder und Holz gewinnt an Wichtigkeit. Man geht auch weniger aus, sondern geniesst es, zuhause zu sein, hört Musik, bekocht Gäste und spielt Videospiele mit den neuen Spielkonsolen. CD-Regale werden zum beliebten neuen Möbelstück, man liebt Fernsehsessel und weiche Sofas, rahmt Schwarzweissfotos und schmückt damit die weissen Wände, auch die Vorhänge, wenn vorhanden, sind weiss oder creme.
DAS LIFESTYLEZEITALTER
Der Lebensstil wird individueller, man beginnt sich weniger nach einer grossen Tendenz zu richten, sondern sucht sich aus dem breiten Angebot das aus, was am besten passt. Zeitschriften haben ihre grosse Zeit in den 90ern und neue, auch im Wohnbereich einflussreiche Lifestylemagazine wie Wallpaper werden gegründet. Stars und Sternchen lösen langsam die Supermodels ab und man will sich so kleiden und frisieren wie die Vorbilder aus der Lieblingsfernsehserie. Die Spicegirls bringen Girlpower, Nirwana den Grunge, Partys werden zu riesigen Events wie die Streetparade und mobile Telefone und das World Wide Web verändern die Kommunikation.

Die 0er Jahre

Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends verabschiedet man sich stilmässig vom Minimalismus. In einer Welt, die sich immer schneller dreht und erschüttert wird von Terroranschlägen und wirtschaftlicher Unsicherheit, wird das Zuhause zum Rückzugsort.

Individualismus gewinnt an Bedeutung, man will so wohnen, wie es einem gefällt und aus verschiedenen Stilen die Lieblinge herauspicken. Der unterkühlte Showroom-Chic verschwindet und macht Platz für eigene Ideen. Farben ziehen ein, auch in die sonst so dezenten Schweizer Wohnungen. Wer nicht die Wände anstreicht oder tapeziert, entscheidet sich zumindest für Vorhänge, Teppiche und bunte Sofakissen. Wohnen wird so wichtig wie die Mode und eine breite Bevölkerungsschicht beginnt sich mit Design und Architektur auseinanderzusetzen. Bohemian Chic, Eklektizismus, Retrorevival, Ethnolook oder Landhausromantik, die Trendpalette wird immer grösser. Auch Wohneigentum gewinnt an Bedeutung. Es wird in einem grosszügigen Architekturstil mit viel Glas und Beton gebaut. Auch das hat Einfluss auf den Wunsch nach mehr Wohnlichkeit. Vintage und Industrial-Chic bringen Gelebtes nach Hause. Rost, raue Oberflächen, grobes Holz oder Teppiche mit Abnützungsspuren werden salonfähig und frech gemischt mit neuem Design. Die Pfister Wohnkataloge werden zu Inspirationsquellen, die nicht nur neue Möbel zeigen, sondern viele Wohnideen und Einrichtungstipps vermitteln.
DAS NEW-MEDIAZEITALTER
Die Medienwelt verändert sich im neuen Jahrtausend und bringt uns Google, Social Media wie Facebook oder Twitter, den IPod und das IPhone. Immer mehrwird digitalisiert und online zugänglich gemacht. Das Fernsehen zeigt Reality Shows und neue Musikstars und Models werden in Talentshows generiert. Harry Potter entführt Klein und Gross in eine Zauberwelt, wir hören den Soul von Amy Winehouse und tanzen zu Beyoncé und Lady Gaga. Die Mode zeigt sich supersexy, die Kleidergrössen werden immer kleiner und der Wunsch nach ewiger Jugend so gross, dass er immer öfter mit Botox und Schönheitsoperationen umgesetzt wird.

Die schönsten Pfister Katalog-Covers

«Das Buch der schönen Möbel» ist das älteste gedruckte Zeitzeugnis aus dem Jahre 1921.

1942 erscheint der grosse Möbelkatalog mit dem Titel «Gueti Schwyzer Möbel». Den zeitlichen Wirren angepasst lautet das Motto «Wohne sparsam – aber schön». Auch in den Folgejahren dominieren attraktive Sparangebote wie «Wohnfertig kaufen – heisst günstiger kaufen!» (inklusive Werkzeugkasten im Pauschalpreis!). 

Ab den 60er Jahren wird die Schweizer Bevölkerung zusätzlich mit der Abgabe von Benzingutscheinen nach Suhr gelockt. 

Dokumente der 70er Jahre sind leider nicht mehr vorhanden. In dieser Zeit blickt man nach vorne, besinnt sich im Gegensatz zu heute viel weniger auf Herkunft und Geschichte und entsorgt deshalb allzu schnell wertvolle Dokumente. 

In den 80er Jahren ist die Pfister Werbung durch einzelne Themenprospekte geprägt. 

Erst ab den 90er Jahren nimmt Pfister seine Tradition der inspirierenden Kataloge wieder auf.